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Teil 1: Unsere Vorgeschichte
Teil 2: Die Fahrt
Teil 3: Ankunft und Rundgang

Teil 4: Gemütlicher Abend, Meilensteine, verblüffende Erkenntnisse

Die arme Julia hat sich solche Sorgen gemacht, was sie mir zu Essen servieren kann. Leider werde ich bei jedem Besuch damit konfrontiert und muss konfrontieren. Die Kreativeule hat eine Glutenunverträglichkeit.

Das hört sich schlimmer an, als es ist. Ich empfand und empfinde es als echte Erleichterung, dies herausgefunden zu haben, stellt aber besondere Herausforderungen. Und da Julia weiß, wie radikal ich sein kann, vor gedecktem Tisch nichts essend nur ein Glas Wasser trinkend, hat sie sich wohl lange Gedanken gemacht und kam mit der besten Idee um die Ecke, die man im Sommer haben kann: Grillen

Sie hat da ein leckeres Nudelsalatrezept ausgetüfftelt, von welchem immer noch das Rezept fehlt, aber dafür habe ich das auf ihrem Blog gefunden. Unfassbar… 🙂 Für den Salat waren dann auch meine glutenfreien Spagetti bestimmt, Brot bringe ich eh immer ungefragt mit. Ich werde euch auch nicht verraten, wie der Salat gemacht ist, da müsst ihr die Köchin nach Löchern. Jedenfalls war es eine sehr ungewöhnliche Zubereitung, aber ssssooooooooo… lecker.Spagetti

Des weiteren gab es auch noch getrocknete Datteln in Speckhülle. Mir war das nicht unbekannt, aber gegessen hatte ich es bis dahin noch nicht. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Datteltüte auf, Speckstreifen einmal halbieren und dann wickeln. Eine schöne Beschäftigung für mich, wo ich doch mit solchen handwerklichen Sachen so unerfahren bin. (Kleine Scherze unter uns Kreativen sollten ausdrücklich erlaubt sein. 🙂 Die kamen dann auf Alufolie gebetet mit auf den Grillrost. Lecker.Datteln

Die Julia hat mir dann auch noch jede Verpackung gereicht, damit ich sie lesen kann und sie war überglücklich, dass ich alles für mich geeignet fand. Wenn ich das so schreibe, dann fühle ich mich als so furchtbarer Gast. Immer werde ich wie eine Extrawurst behandelt, obwohl mir das zutiefst zuwider ist. …seufz… An was sich frau im Laufe der Jahre so gewöhnen muss.

Und da ich ja auch eine eigenes Stück Butter fordere, hat sie mir eine Sonnenblume aufgetaut. Sonnenblume kommt von der Form, in die sie die selbstgemachte Bärlauchbutter so liebevoll gebracht hat. Aber seht selbst.Butter

Auch sehr lecker, nur ein kleiner Tipp: beim nächsten Mal darf es etwas mehr Salz sein (WWAAAASSSSSS…? Die Kreativeule fragt nach Salz, die sonst alles pur ist und mit zwei Päckchen Salz in 4 Jahren Studium auskam, obwohl sie da schon fast täglich gekocht hat :-)) und probiere mal einen Schuss Zitrone unter zu mischen. Also ich finde das super lecker und in der fertigen Kräuterbutter ist auch Säurungsmittel drin, schließlich bin ich in solchen Dingen sehr belesen. 🙂

Und dann war es auch schon fast soweit, alle benötigten Dinge wurden nach draußen in den Hof unter den riesigen Baum getragen, der Tisch gedeckt, die Kohle vorgeglüht und auf die Ankunft von Laizas Mann gewartet. Der Arme, kommt von Arbeit und muss gleich wieder arbeiten. Irgendwie tat er meinem Mann und mir schon sehr Leid.

Ein schöner Sommerabend war das. Sohnemann schlief schon friedlich und tief, Töchterchen durfte extra lange auf bleiben und wuselte um uns herum, wir saßen gemütlich alles zusammen, später kam auch noch die Schwiegermama von Julia mit den frechen Puddelhalbwüchsigen dazu. Schade, dass ich von den beiden kein Foto gemacht habe. Die sind toll und haben so eine, wie ich finde, außergewöhnliche Fellfarbe. Eine ganze Zeit haben wir uns über die bevorstehende Vernissage gesprochen, von der uns Julia schon hier berichtet hat.

Und dann war der schon lange sehnsuchtsvoll erwartete Meilenstein endlich da und ich fühle mich geehrt, ihn miterlebt zu haben. Der Segen, des nicht so lange zurück erinnern Könnens, legt sich glücklicherweise auf mein Erlebnis dieser Art, aber ich glaube, die Natur möchte das auch so. 🙂

Kinder sind so unglaublich, erstaunlich, lustig, inspirierend, knuffig, manchmal auch nervig und einfach nur toll, denn mitten in dieser Grillabendrunde ist Julias Große direkt neben dem Tisch das erste Mal erfolgreich aufs Töpfchen gegangen. Unfassbar schön, ebenso lustig und zwei ganz stolze, erleichterte, glückliche Eltern beglückwünschten das strahlende Kind. Da geht einem das Herz auf. Die Kleine hat auch ein besonderes Geschenk bekommen am nächsten Tag, aber leider weiß ich nicht mehr, wie dieses Buch heißt. Julia, hilf mir da mal kurz weiter, bitte.

Als es dann langsam dunkel wurde, wurde der Abend draußen beschlossen, alles verstaut und dann kam die ich-will-aber-nicht-ins-Bett-Diskussion, welche von Julia gewonnen wurde. Das war recht vorhersehbar, oder?

Während wir auf Julias Rückkehr gewartet haben, habe ich ihren Mann nach der Wien-Zeit der beiden ausgefragt und zu den drei Katzen, von denen zwei sehr anhänglich sind. Ich konnte mich gar nicht genug darüber freuen, wie viel Vertrauen mir eine von den dreien entgegengebracht hat. Ich habe es ja nicht so mit den Fellträgern, mal streicheln, oder versorgen während Besitzer im Urlaub ist, Tür öffnen, … sicher klar, aber so aufgegangen im Streicheln bin ich sehr selten. Sehr faszinierend.

Leider war der Arbeitstag für Julias Mann dann immer noch nicht zu Ende. Da stand ja noch mein Computer ganz unschuldig, schuldig im Wohnzimmer rum. Ich wurde ausdrücklich ermahnt, ja nicht ohne diesen zu erscheinen, nachdem ich Bedenken geäußert hatte, dass Julia meinen könnte, ich würde sie nur aus diesem Grund besuchen wollen.

Tja, die Diagnose habe ich euch schon vor einiger Zeit überglücklich verkündet. Keine Ahnung, warum er nicht mehr hochgefahren ist, aber ein Monat Urlaub und eine Übernachtung außer Haus hat wohl gereicht. Irgendwie war Julias Gatte in dem Moment trotzdem mein persönlicher Held.:-) Aber irgendwie peinlich war es auch: erstens konnte ich mich spontan nicht an mein Passwort erinnern und zweitens wurde ich höflich darauf hingewiesen, bevor ich alles wieder in Betrieb nehme, doch einmal gründlich aus zu saugen. …dumdilum… Habe ich auch ganz brav gemacht. 🙂
Teil 5: Der nächste Morgen und Heimreise