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Die liebe smoky hat eine neue Aktion ins Leben gerufen: Die Frage zum Montag. Da möchte ich doch gern dabei sein. Jeden Montag stellt sie uns eine Frage. Falls jemand eine gute Frage hat, dann kann er oder sie auch gern smoky mailen und sie wird sie in den nächsten Wochen stellen.

Für viele Menschen ist der 30. Geburtstag ein Meilenstein, vor dem manche schon fast Angst haben. Wie ist/war das bei Dir?

Oh, das ist die Frage, der Fragen für mich. Ich kann für nichts garantieren und wahrscheinlich wird es sehr persönlich. Also falls noch jemand aussteigen möchte, jetzt ist die Gelegenheit. 🙂

Meine 30, oh wie habe ich sie geliebt, geehrt, gefeiert, geherzt, herbei gesehnt, genossen. …schwärm… Hach, was war das für ein Jahr. Da ich gerade noch so ein Kind der Siebziger bin, war es 2008 bei mir soweit und auch gleich Anfang des Jahres, aber das haben Januar-Geburtstagskinder ja so an sich.
Fangen wir etwas früher an. Als es darum ging, ein normales, unkompliziertes, gerades Leben aus dem Lostopf zu ziehen, da war ich mal wieder viel zu verträumt und ganz woanders mit dem Gedanken (ja, ja, so sind die Wasserfrauen) und übrig blieb dann nur das, was ich bekomme habe. Ich habe mich durch so viel Untiefen gekämpft, auch die von außen gemachten (ja, ich bin Zeitzeugin der Wende, weil ich doch eine stolze Sächsin bin und mein Mann hat mich ins Ruhrgebiet gebracht). Das alles hat mich so viel Kraft gekostet, dass ich praktisch mit 18 bzw. 19 schon völlig verausgabt war und es da keine Aussicht auf Besserung gab. Mit Ende 19 hat es mein Leben mal so richtig, richtig gut mit mir gemeint und mir ist mein Traummann, mein heutiges geliebtes angetraute Wesen, einfach so in meine Existenz gekracht, OK, ich war dann schon 20, als wir endgültig zusammen gekommen sind, aber das sehe ich als das Highlight meiner Zwanziger an.
Die Jahre mit der 2 vorne waren ebenso belastet wie die 20 vorangegangen Jahre, nur dass sich alles zusammen geballt hat und ich mir einen Burn-Out mitten in der so oft besungenen Sturm und Drang Phase eingezogen habe. Mein Leben stand still, stand sehr lange still und ohne meinen Mann wäre ich da auch nicht wieder raus gekommen. Von den ersten offensichtlichen Zeichen bis zu zarten Anfängen eines Wiederbeginns sind mehr als ein Jahr vergangen, wovon gute 8 Monate einfach fehlen. Meine Gedächtnis hat diese fest weg geschlossen. Naja, und als Abschluss musste mein Mann sich einer Krankheit stellen, dessen Therapie ihn und mich auch noch mal ein ganzes Jahr und ein wenig gekostet hat. Ich habe für ihn mein Leben auf das absolute Minimum reduziert und ihm durch diese schwere Zeit geholfen. (Er hat alles sehr gut überstanden und gilt nun schon längere Zeit als geheilt – JUHU)
Leider wusste ich da noch nicht, dass sich in mir selbst drei Krankheiten ausbreiten, ganz langsam, schleichend und dennoch mit gewaltigen Ausmaßen.
Eine habe ich mit fast 28 enttarnt und ernähre mich seitdem glutenfrei. Was für eine Erleichterung.
Und dann gab es da die Bekannten und flüchtige Unterhaltungen mit Unbekannten, dass es in den Dreißigern toll sein soll.

Ich habe mich unbändig darauf gefreut, endlich eine 3 vorn stehen zu haben. Fragt mich nicht, warum oder woher, aber ich wusste einfach, wenn ich es soweit schaffe, dann fängt auch für mich meine Zeit, mein richtiges Leben an. Die 29 habe ich gehasst, ich kann gar nicht verstehen, warum es Leute gibt, die die mehrmals feiern.
Das Silvester von 2007 auf 2008 habe ich aus vollem Herzen gefeiert. Wir haben zwar wie üblich zu zweit gefeiert, aber ich habe gesungen, gelacht, getanzt und eine Flasche Sekt alleine getrunken, wobei ich doch überhaupt keinen Alkohol vertrage. Mein Mann war erstaunt, hat sich aber an meiner Freude erfreut. Die Beweisfotos und das Video der Nacht sind unter strengstem Verschluss. 🙂
Und dann noch ein paar Tage warten und dann war es soweit. Es gibt keinen Tag, auf den ich mich je mehr gefreut habe, nicht mal unser Hochzeitstag reicht da ran. Ich war und bin so glücklich, endlich die 3 vorn zu haben. Ich habe sie mit offenen Armen empfangen und was soll ich sagen, es hat sich gelohnt. Meine Dreißiger sind traumhaft. Sei es nur der Glaube der Berge versetzt hat, aber Tatsache ist, mein Leben hat sich gewendet. Mir sind so viele wundervolle Dinge geschehen, ich weiß endlich, was in meinem Körper vor sich ging und was mich vom Leben abgehalten hat. Ich habe unglaublich tolle Menschen kennen gelernt, mich so viele Dinge einfach getraut, Schlussstriche gezogen, die gezogen werden mussten, mich neuen alten Leidenschaften zugewendet und gerade beginne ich, mich selbst neu zu erfinden.
Ich kann nur sagen, immer offen sein für das Leben, auch wenn es hart kommt. Jedes Alter bringt etwas mit sich, was bereichert und was einen weiter bringt. Einfach annehmen, was kommt und das Beste draus machen und vor dem älter werden habe ich keine Angst, ich freue mich auf den nächsten Meilenstein, die 40 und dann die 50 und dann…

In dem Sinne, erfreut euch an eurem Leben, genießt die schönen und glücklichen Momenten mit euren Lieben und Freunden. Jeder ist so alt, wie er oder sie sich fühlt. Und im Moment bin ich genau so alt, wie ich mich fühle und das ist herrlich.

Eine schöne Woche wünscht
Eure mal sehr persönliche Ruhelose Kreativeule bzw. Nicole

PS: Falls sich noch jemand an dieser Aktion beteiligen möchte, alle sind herzlich eingeladen und können gern einen Artikel auf ihren Blog veröffentlichen. Das Verlinken bei der lieben smoky bitte nicht vergessen. Danke schön.