Hallo ihr Lieben da draußen!

Am 1. Januar ein neues Jahr wünschen kann ja jeder, ich mache das jetzt immer am 3. 🙂

Also, ich wünsche euch von ganzem Herzen ein gesundes, glückliches, frohes und erfolgreiches 2014. Mögen die guten Tag bei weitem überwiegen. Ich hoffe doch, ihr hattet auch so eine schöne Silvesternacht, wie wir und seid gut ins neue Jahr gerutscht.

Heute habe ich etwas besonderes zu feiern. Mein Blog ist nun schon zwei Jahre alt. Der perfekte Moment, um einfach mal wieder ein riesiges Danke an euch zu senden. Als ich mich bei wordpress angemeldet habe, wusste ich nicht mal so wirklich, was ein Blog ist und dann hatte ich auch gleich noch so eine Liste an der Backe, 100 Dinge in 1000 Tagen zu erledigen. Der Anfang war nicht leicht. Ich habe angefangen, mich um zu sehen, zu lernen, zu verzweifeln, das Fotografieren zu vergessen und dann musste ich auch noch mich selbst überwinden. Ich mache viel, aber ich erzähle wenig darüber, mal ganz davon abzusehen, es gleich ins Internet zu setzen. Und dann überhaupt etwas über mich erzählen, dass ist mir sehr schwer gefallen, aber eure lieben Kommentare und euer Interesse helfen mir sehr bei der Überwindung. Noch konnte ich ahnen, welches Bedeutung dieser Blog für mich haben würde.
Mein Blog hatte es nicht leicht mit mir, da ich vor 2 Jahren ein sehr kranker Mensch war, ohne mir der tickenden Zeitbomben bewusst zu sein. Schon viele Jahre hatte ich das Gefühl, dass so viele Dinge mit mir einfach nicht stimmen. Mir ging es Anfang 2012 sehr schlecht und täglich bin ich immer tiefer im Dunkel versunken. Es gab kaum noch etwas, was mich am Leben gehalten hat bzw. warum ich überhaupt weiter machen sollte. Schlussendlich war es die Liebe zu meinem Mann, die mich gerettet hat. Er hat mich überredet, ein letztes Mal zu unserer Hausärztin zu gehen. Danach hat mich an einem sehr sonnigen und schönen Frühlingstag nach Köln gefahren, wo ich das erste Mal den Kölner Dom von innen gesehen habe. Das linke Bild von meinem Wiedergeburtstag ist an diesem Tag entstanden.

Lange habe ich überlegt, ob ich euch davon erzählen soll oder kann, und habe jetzt entschieden, ja, ich brauche mich nicht zu verstecken.  Was ich  im Juni 2012 nach weiteren Untersuchungen schließlich herausgefunden habe und welche Konsequenzen das hat, hat uns tief erschüttert und verändert.

Zunächst wurde eine Schilddrüsenunterfunktion fest gestellt, die ich mit der Einnahme von Hormonen wieder in den Normalbereich bringen konnte. Aber da war mehr. Ich bin ein Mensch mit vielen Interessen, so auch Medizin. Im Jahr 2011 habe ich mein FCE sehr erfolgreich abgeschlossen und bin seither fast wie besessen, möglichst viele Videos in englisch zu sehen, so auch eine Reihe, die sich Mystery Diagnoses nennt. Ich finde das einfach super spannend und ich hätte nicht gedacht, dass mich das auf die richtige Fährte führen würde. Das Schicksal einer Frau hat mich besonders tief erschüttert, weil ich so viele Parallelen gesehen habe und jedes Mal, wenn ich diese 3 Videos sehe, laufen mir die Tränen. Mit diesem Verdacht habe ich mir eine neue Frauenärztin gesucht, dass Vertrauen zu den Vorgängern war vollkommen nicht vorhanden. Sie ist so wunderbar, schon nach 3 Minuten erzählen, sah sie mich sehr ernst an, hörte auf zu schreiben und erklärte mir dann, was sie denkt, was ich habe und dass sie es jetzt mit mir zusammen beweisen würde. Nach so vielen Jahren hat mir jemand geglaubt, dass war unfassbar.

Sie und ich haben leider Recht behalten und so bekam ich die Diagnose PCOS. Diese Diagnose ist schon ein Hammer, weil damit so vieles verbunden ist. Eins der Symptome ist auch eine Insulinresistenz, von der ich zuvor noch nie gehört hatte, also wurde ich zum Diabetologen weiter überwiesen. Glücklicherweise hatte ich noch kein Diabetes, aber er meinte zu mir, kein Jahr mehr und ich wäre soweit. Das war das Schlimmste für mich. Kennt ihr Momente im Leben, wo es einfach Gong macht? Das war so einer für mich. Ab da habe ich es wirklich geschafft, das Ruder rum zu reißen.

Im Sommer 2013 hat sich dann noch ein weiterer Verdacht bestätigt, weil sich meine Schilddrüsenwerte und mein allgemeines Befinden sich wieder verschlechtert hatten. Ich habe nicht einfach eine Schilddrüsenunterfunktion, sondern Hashimoto Thyreoditis. Ganz bestätigen will mir das keiner, aber so lange die Nuklearmedizinerin und meine Hausärztin fest davon ausgehen, reicht mir das. Mädels, an diesem Tag habe ich sehr, sehr weinen müssen. Das bedeutet ein Leben in Ungewissheit für eine unbestimmte Zeit. Probleme mit der Schilddrüsen ändern unweigerlich das Leben und es ist nicht wieder weg zu machen. Leider wird dem sehr wenig Beachtung geschenkt, auch wie schrecklich frau sich damit immer wieder fühlt, obwohl die Werte stimmen und dass es weit mehr Menschen betrifft, als man so meinen mag.

Warum ich euch das heute erzählen? Mein Blog wird heute zwei, dieser Blog ist untrennbar mit dieser Geschichte verbunden. Ich habe um mein Leben gekämpft in diesen zwei Jahren und es sieht gut aus. Die alte Nicole wird es nicht mehr geben und die neue Nicole ist noch sehr schüchtern und vor allem sehr unsicher. Mein Blog bedeutet mir unendlich viel.

Aber ich spüre schon länger das Bedürfnis zu Veränderung, ich hoffe, ihr werdet mir weiterhin bei meiner verrückten Reise folgen, die sich mein Leben nennt. Ich möchte euch noch ein paar mehr Facetten von mir zeigen, ich bin nämlich nicht nur gut mit Nadel, Faden, Wolle und Papier. Ich habe vom Weihnachtsmann eine super gute Zeichenausrüstung geschenkt bekommen, die mir Angst macht, weil mein Mann so große Stücke von mir hält und da sind ja auch noch meine schriftstellerischen Ambitionen. Die ersten zwei Jahren waren ein kleiner Zipfel von mir und nun will ich wirklich Mut beweisen. 🙂

Wer bis hier hin gelesen hat, fühle sich einmal ganz doll gedrückt.

Liebste Grüße und auf ein baldiges Wiederlesen

Eure Nicole